«Die Stimmen der Lernenden» | Maude, Lucas und Simon bei SOLO Swiss SA

Die Lehre ist extrem wichtig, wenn es darum geht, das branchenspezifische Know-how in der Schweiz zu erhalten. In dieser Artikelreihe mit dem Titel «Die Stimmen der Lernenden» lässt Renaissance die Lernenden zu Wort kommen, die in den Beteiligungsgesellschaften ausgebildet werden. In diesen Erfahrungsberichten geht es um den Werdegang und die beruflichen Ziele dieser jungen Menschen sowie darum, wie die jeweiligen KMU sie in ihrer Ausbildung unterstützen.

Für diesen ersten Beitrag besuchte Renaissance das 1924 gegründete Unternehmen SOLO Swiss SA mit Sitz in Pruntrut (JU), das Industrieöfen für die Wärmebehandlung von Metallen entwickelt und herstellt. SOLO Swiss SA setzt sich engagiert für die Vermittlung von Kompetenzen ein und legt viel Wert auf die Ausbildung des Nachwuchses und die Begleitung der Lernenden auf ihrem Weg zum Abschluss der Berufslehre.

Lesen Sie hier den Bericht der drei Lernenden Maude Lièvre, Lucas Reyes und Simon Amstalden, die bei SOLO Swiss SA ihre Lehre machen.

Maude Lièvre, Logistik-Lernende

Die 17-jährige Maude Lièvre hat sich für eine Berufslehre entschieden, um möglichst bald in die Arbeitswelt einzutreten. Sie stammt aus dem Ort Alle und hat den Beruf der Logistikerin dank Familienangehörigen kennen gelernt, die bei SOLO Swiss SA angestellt sind. Nach einer eintägigen Schnupperlehre im Unternehmen und einem weiteren dreitägigen Praktikum am Waffenplatz Bure wusste sie, dass dieser Bereich ihr genau entspricht. Die begeisterte Sportlerin, die sich seit sechs Jahren insbesondere der Leichtathletik verschrieben hat, erzählt uns von ihrem Alltag und ihren Zielen.

Weshalb hast du dich für eine Lehre entschieden und nicht für eine herkömmliche schulische Laufbahn?
Dank der Lehre kann ich sofort ins Arbeitsleben einsteigen und einen konkreten Beruf erlernen. Ich wollte zunächst Innendekorateurin werden, aber dafür hätte ich drei Jahre lang zur Schule gehen müssen. Mir war eine praktische Ausbildung lieber.

Wie wurdest du bei SOLO Swiss SA aufgenommen?
Das Team war sehr freundlich und hat mich gut aufgenommen. Der Zusammenhalt ist gross, alle unterstützen uns in unserem Lernprozess. Die Stimmung ist locker, man schenkt uns schnell Vertrauen.

Wie sieht ein üblicher Tagesablauf bei dir aus?
Ich treffe am Arbeitsplatz ein und lese meine E-Mails. Sobald das ganze Team da ist, verteilt unser Ausbildner die Aufgaben für den Tag. Je nach Bedarf nehme ich beispielsweise Waren entgegen, bereite Bestellungen vor, organisiere den Lagerbestand oder reinige die Werkstatt. Nach der Mittagspause arbeiten wir noch einmal bis 15.30 Uhr. Wir beenden den Arbeitstag mit einem Debriefing und gehen gegen 16 Uhr nach Hause.

Was gefällt dir am besten an deiner Tätigkeit?
Die Vielfalt der Aufgaben! Jeder Tag ist anders und bringt neue Herausforderungen. Mir gefällt vor allem die Warenannahme, denn dabei treffen neue Produkte ein, was gut organisiert werden muss.

Was fordert dich in deiner Lehrzeit am meisten heraus?
Der Umgang mit schweren Lasten kann kompliziert sein, aber wir verfügen über entsprechende Hilfsmittel wie Gabelstapler. Ich habe eine einwöchige Ausbildung besucht, um den lebenslang gültigen Führerschein für diese Gefährte zu erwerben. Das war eine tolle Erfahrung und ich bin stolz, diesen Ausweis so früh in meiner beruflichen Laufbahn zu besitzen.

Wie unterstützt dich das Unternehmen bei deiner Lehre?
Wir haben einen eigenen Ausbildner, der uns betreut und unseren Lernprozess unterstützt. Er hat erst vor kurzem den eidgenössischen Fachausweis als Logistiker erhalten. Er ist jung und versteht uns Lernenden daher gut. Das Unternehmen veranstaltet auch Ausflüge und Anlässe, um den Zusammenhalt zu fördern, wie zum Beispiel Lernendentage, Karting oder Escape Games.

Welchen Rat würdest du einem jungen Menschen geben, der zögert, eine Lehre in Angriff zu nehmen?
Mit einer Lehre wird man rasch selbstständig und kann konkrete Kompetenzen erwerben. Sollte jemand unsicher sein, würde ich ihm raten, Schnupperlehren oder Praktika zu machen, um verschiedene Berufe kennen zu lernen. So habe ich zum Beispiel selber festgestellt, dass Logistik perfekt zu mir passt.

 

Lucas Reyes, Lernender Kaufmännischer Angestellter

Lucas Reyes, 16 Jahre alt, hat sich für eine Lehre entschieden, um rasch ins Berufsleben eintreten zu können. Er stammt aus Pruntrut und besuchte im Kanton Jura die Schule, bevor er bei SOLO Swiss SA eine Lehre als kaufmännischer Angestellter antrat. Er interessiert sich sehr für Wirtschaft; die Funktionsweise von Unternehmen und Finanzmärkten fasziniert ihn. Er integrierte sich also schnell im Administrationsteam des Unternehmens. Nach einem aufschlussreichen Praktikum und dank den Empfehlungen seiner Familie unterzeichnete er einen Ausbildungsvertrag und begann seine Ausbildung.

Weshalb hast du dich für eine Lehre entschieden und nicht für eine herkömmliche schulische Laufbahn?
Zu diesem Zeitpunkt war mir die Schule nicht so wichtig. Ich wollte rasch ins Arbeitsleben einsteigen, etwas Konkretes lernen und praktische Kompetenzen erwerben. Die Lehre ermöglicht vielfältige Tätigkeiten, die Aufgaben sind ganz real und man bildet sich fortlaufend weiter.

Wie sieht deine Arbeitswoche in der Regel aus?
Meine Lehre ist in mehrere Etappen aufgeteilt: Ich bin sechs Monate in der Administration, sechs Monate im Einkauf und ein Jahr in der Buchhaltung, danach kehre ich zu Einkauf und Administration zurück. Derzeit arbeite ich in der Buchhaltung. Montags kümmere ich mich um den Ausdruck der Rechnungen, und freitags trage ich die Papierkisten hinunter. Es gibt auch tägliche Aufgaben: Ich bearbeite Rechnungen, lege Dokumente ab und verwalte bestimmte Aufträge.

Was gefällt dir am besten an deiner Tätigkeit?
Das Erfassen der Zahlungseingänge macht mir am meisten Spass. Es ist spannend zu sehen, wie die Finanzflüsse des Unternehmens funktionieren, und zu verstehen, wie Kundenzahlungen ablaufen und das Finanzmanagement aussieht. So kann ich auch meiner Leidenschaft für die Wirtschaft und die Börse frönen.

Was fordert dich in deiner Lehrzeit am meisten heraus?
Ich muss sehr genau und strukturiert arbeiten. Manchmal haben wir sehr viel zu tun, vor allem mit der Umstrukturierung, die viele praktische Aufträge umfasst. Es gab einen Moment, wo ich mit diesen Aufträgen im Rückstand war, aber ich habe es geschafft, alles wieder in den Griff zu bekommen. Das hat mich persönlich sehr stolz gemacht.

Wie wirst du im Unternehmen und in der Schule betreut?
Wir führen regelmässige Gespräche mit unseren Ausbildnern, die uns im Lernprozess unterstützen. Jeweils dienstags und mittwochs drücken wir die Schulbank. Wegen der aktuellen Reform der Berufslehren verändert sich vieles: Die Evaluationen beruhen auf konkreten Projekten, wie beispielsweise auf der vertieften Analyse des Datenschutzgesetzes (DSG). Dabei ist der praktische Aspekt wichtiger als der theoretische, was ich sehr interessant finde.

Wie siehst du deine Zukunft nach der Lehre?
Nach meinem EFZ möchte ich in einem Jahr die Matura machen, d.h. ich bin zu 100 % an der Schule, um anschliessend an einer Wirtschaftshochschule zu studieren. Ich möchte meine Kenntnisse vertiefen und mich in diesem Bereich weiterentwickeln.

 

Simon Amstalden, Lernender Kaufmännischer Angestellter

Simon Amstalden stammt aus Courgenay und kam zu SOLO Swiss SA, nachdem er das Unternehmen an einem Speed Dating für Berufsbildung kennen gelernt hatte. Er fand die herzliche Atmosphäre und die vielfältigen Tätigkeiten des Unternehmens attraktiv und wusste schnell, dass er genau hier seine Lehre antreten wollte. Nach mehreren Praktika in verschiedenen Abteilungen kam er für eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten ins Unternehmen. Er ist heute 19 Jahre alt und im dritten Lehrjahr. Er berichtet uns von seinen Erfahrungen und seinen Zukunftsplänen.

Weshalb hast du dich für eine Lehre entschieden und nicht für eine herkömmliche schulische Laufbahn?
In der Schule war ich nicht mehr sehr motiviert, ich wollte rasch ins Arbeitsleben einsteigen und in einem Betrieb lernen. Die Lehre ist eine gute Alternative, denn man lernt beim Arbeiten und sammelt rasch viele Erfahrungen.

Wie sieht ein üblicher Tagesablauf bei dir aus?
Meine Arbeitstage fallen je nach Abteilung, in der ich jeweils bin, ganz anders aus. Derzeit arbeite ich in der Administration. Am Morgen lasse ich die Storen hoch und bereite den Drucker vor. Danach kümmere ich mich um die Post, ordne Dokumente ein und generiere Tickets für Offerten oder Bestellungen. Es kann auch sein, dass ich interne Anlässe organisiere, wie zum Beispiel Dienstjubiläen für Angestellte.

Gab es Momente, in denen du besonders stolz auf deine Leistung warst?
Ja, als ich ein Programm für das Einkaufsmanagement verbessern konnte. Davor musste man ein Dokument ausdrucken, von Hand ausfüllen und wieder einscannen. Ich habe den Prozess mit einer interaktiven Word-Datei automatisiert und damit die Arbeit erleichtert. Es war schön zu sehen, dass mein Verbesserungsvorschlag genutzt wurde.

Wie fühlst du dich im Unternehmen?
Ich bin gut integriert und werde unterstützt. Das Unternehmen bietet diverse Ausflüge für die Lernenden an, so zum Beispiel Escape Games, Seilpark-Besuche oder Karting. Auf diese Weise lernen wir uns besser kennen und der Zusammenhalt wächst. Vor kurzem wurde auch ein externer Mediator verpflichtet, der uns bei Bedarf unterstützt.

Liegen dir ökologische Fragen am Herzen?
Ja, sehr, denn wir haben ja nur diesen einen Planeten. SOLO Swiss SA bemüht sich mit verschiedenen Aktionen, den ökologischen Fussabdruck des Betriebs zu reduzieren: Man verzichtet nach Möglichkeit auf Papier und trennt den Abfall. Zudem habe ich eine Veranstaltung mit Informationen zu den Normen ISO 9001 und 14001 besucht.

 

Das sagt der Ausbildner

Bei SOLO Swiss SA geht die Ausbildung von Lernenden weit über das rein Berufliche hinaus. Wir begleiten die jungen Leute auf ihrem Weg in die Zukunft. Das Unternehmen legt Wert darauf, seinen Lernenden einen klar strukturierten und angenehmen Rahmen zu bieten. Das Programm beinhaltet eine regelmässige Betreuung mit festgelegten Meilensteinen und Zusatzausbildungen, insbesondere im Bereich Sicherheit und Arbeit mit den berufsspezifischen Tools. Auch der Teamgeist und das Wohlbefinden der Lernenden liegen SOLO Swiss SA sehr am Herzen.

«Bei der Ausbildung gehen wir progressiv vor. Die Lernenden werden von Anfang an integriert und übernehmen mit der Zeit immer mehr Verantwortung. Wir achten darauf, dass sie verschiedene Aspekte des Berufs kennen lernen und dabei ihrem Entwicklungsstand entsprechend betreut werden. Unser Ziel ist es, ihnen nicht nur eine technische Ausbildung zu geben, sondern ihnen auch ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich wohl fühlen und motiviert sind », erklärt Alain Graf, HR-Manager von SOLO Swiss SA.

Im nächsten Beitrag unterhält sich Renaissance mit zwei Lernenden von Bandi SA, einem Unternehmen im Kanton Jura, in dem die Berufslehre eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Know-how spielt.

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