«Die Stimmen der Lernenden» | David und Hugo bei Bandi SA

Die Lehre ist extrem wichtig, wenn es darum geht, das branchenspezifische Know-how in der Schweiz zu erhalten. In dieser Artikelreihe mit dem Titel «Die Stimmen der Lernenden» lässt Renaissance die Lernende zu Wort kommen, die in den Beteiligungsgesellschaften ausgebildet werden. In diesen Erfahrungsberichten geht es um den Werdegang und die beruflichen Ziele dieser jungen Menschen sowie darum, wie die jeweiligen KMU sie in ihrer Ausbildung unterstützen.
Für den zweiten Beitrag besuchte Renaissance das 1974 gegründete Unternehmen Bandi SA mit Sitz in Courtételle (JU), das sich auf Präzisions-Décolletage für das höhere Segment der Uhrenindustrie spezialisiert hat. Bei Bandi SA bilden die Ausbildung und die Vermittlung von beruflichen Kompetenzen das Herzstück der Unternehmensstrategie, wobei ein besonderes Augenmerk der Einbindung und Entwicklung der Lernenden gilt.
Die Lernenden David Schlüchter und Hugo Klötzli haben sich trotz ihres unterschiedlichen Werdegangs beide für Maschinenbau entschieden. Der eine von ihnen wechselt nach 28 Jahren Erfahrung in einer anderen Branche den Bereich, der andere steht mit 16 Jahren am Anfang seiner Ausbildung. Beide sprechen über die Unterstützung, die sie bei Bandi SA erhalten, und berichten, wie das Unternehmen ihnen ermöglicht, sich in der Lehre weiterzuentwickeln und erfolgreich zu lernen.
David Schlüchter, Produktionsmechaniker-Lernender

David Schlüchter entschied sich mit 44 Jahren für eine berufliche Kehrtwende und begann bei Bandi SA eine Lehre als Produktionsmechaniker. Nach 28 Jahren im Metallbausektor beschloss er, sich zum Produktionsmechaniker umschulen zu lassen, da ihn dieser Bereich schon immer faszinierte. Bei diesem mutigen Entscheid unterstützt ihn Bandi SA, da das Unternehmen unterschiedliche Profile fördern und jenen Menschen neue Perspektiven bieten möchte, die sich beruflich weiterentwickeln wollen.
Was hat dich bewogen, nach 28-jähriger Tätigkeit im Metallbausektor den Beruf zu wechseln?
Ich hatte Lust auf etwas ganz Neues. Nach vielen Jahren im selben Bereich wollte ich eine neue Herausforderung annehmen und einen handwerklicheren technischen Beruf ergreifen. Maschinenbau hat mich schon immer fasziniert, und ich sagte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Wie bist du auf Bandi SA gekommen und warum hast du dich für dieses Unternehmen entschieden?
Ich habe mich spontan beworben und war von der positiven Reaktion des Unternehmens angenehm überrascht. Schon beim ersten Gespräch habe ich gespürt, dass meine ungewöhnliche Laufbahn ihr Interesse weckte. Sie haben mir meine Motivation abgenommen und gaben mir eine Chance, was in meinem Alter in einem ganz anderen Sektor selten ist.
Wie wurdest du bei Bandi SA aufgenommen?
Ich wurde sehr herzlich empfangen und galt ab dem ersten Tag als vollwertiges Teammitglied. Meine Kollegen haben mir sehr geholfen, so dass ich mich schnell wohl fühlte.
Was gefällt dir am besten an deiner Lehre?
Ich finde es unglaublich befriedigend zu sehen, wie in mehreren Arbeitsschritten ein fertiges Werkstück entsteht. Das Handwerkliche gefällt mir sehr, aber auch der technische Aspekt: Es braucht Präzision und Geduld.
Was fordert dich am meisten heraus?
Eine der grössten Herausforderungen bestand darin, wieder auf der Schulbank zu sitzen und zu lernen. Nachdem ich viele Jahre lang keine Ausbildung absolviert hatte, musste ich mich wieder ans Schulsystem und an Theorielektionen gewöhnen. Ich war aber sehr motiviert, habe mich reingehängt und Fortschritte gemacht.
Wie wurdest du während deiner Lehrzeit bei Bandi SA betreut?
Ich habe einen Ausbildner, der meine Entwicklung begleitet und mir dabei hilft, mir die erforderlichen Kompetenzen anzueignen. Das Unternehmen ist sehr strukturiert, was seinen Ausbildungsansatz angeht, und es unterstützt uns in jeder erdenklichen Form.
Wie siehst du deine Zukunft nach der Lehre?
Ich möchte danach rasch eine technischere Stelle antreten und in einigen Jahren vielleicht sogar selbst Lernende betreuen. Bandi hat mir diese Chance gegeben, und ich fühle mich wohl in diesem Unternehmen. Ich möchte also gerne bleiben und hier meine berufliche Zukunft aufbauen. Ich will auch beweisen, dass man sich unabhängig vom Alter jederzeit neu orientieren kann.
Hugo Klötzli, Produktionsmechaniker-Lernender

Hugo Klötzli, 16 Jahre alt, hat sich für eine Ausbildung zum Produktionsmechaniker entschieden, weil er diesen Bereich seit einigen Jahren spannend findet. Er begeistert sich für Maschinen und die Arbeit mit den Händen, und so war ihm schnell klar, dass dieser Beruf genau zu ihm passt. Seine Legasthenie, die seine Schulzeit manchmal erschwert hatte, hinderte ihn nicht daran, einen technischen Beruf ergreifen zu wollen. Dank der Unterstützung von Bandi SA und dem Begleitprogramm des Unternehmens konnte er seine Lehre selbstbewusst in Angriff nehmen.
Weshalb hast du dich für eine Ausbildung zum Produktionsmechaniker entschieden?
Ich habe schon immer gerne gebastelt und wollte jeweils verstehen, wie die Dinge funktionieren. Ich wusste, dass das genau die richtige Lehre für mich ist, weil mir das Lernen in der Schule Mühe bereitete und etwas Praktisches besser zu mir passt.
Wie bist du auf Bandi SA gekommen und warum hast du dich für dieses Unternehmen entschieden?
Ich verschickte mehrere Bewerbungen und erhielt einige Zusagen. Nach diversen Praktika in verschiedenen Unternehmen entschied ich mich für Bandi SA, weil dort eine herzliche Atmosphäre herrscht und das Betreuungsangebot mir zusagte.
Wie sieht dein Tagesablauf in der Regel aus?
Ich beginne mit der Kontrolle der Maschinen und bereite dann meinen Arbeitsplatz vor. Danach programmiere ich bestimmte Maschinen, mache die nötigen Einstellungen und prüfe die angefertigten Teile. Meine Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und erfordern Konzentration.
Was gefällt dir am besten an deiner Arbeit?
Ich finde es besonders toll zu sehen, wie etwas unter meinen Händen Form annimmt. Die dabei erforderliche Präzision gefällt mir auch sehr.
Was fordert dich in deiner Lehrzeit am meisten heraus?
Aufgrund meiner Legasthenie fallen mir einige theoretische Aspekte schwerer, insbesondere das Lesen von Plänen oder das Verstehen bestimmter Anleitungen. Zum Glück werde ich gemäss meiner Bedürfnisse betreut und begleitet, so dass ich mich anpassen und Fortschritte machen kann. Das Unternehmen gewährt mir bei Bedarf auch mehr Zeit.
Wie siehst du deine Zukunft nach der Lehre?
Mein Ziel ist es, im Bereich Maschinenbau noch mehr zu lernen und vielleicht eines Tages an komplexeren Maschinen zu arbeiten. Ich möchte mich weiterentwickeln und mehr Verantwortung übernehmen.
Welchen Rat würdest du einem jungen Menschen geben, der zögert, eine Lehre in Angriff zu nehmen?
Hab keine Angst, trau dich! Wenn man das handwerkliche Arbeiten mag und in der herkömmlichen Schule Mühe hat, ist eine Lehre eine tolle Lösung. Man muss nur motiviert und wissbegierig sein.
Das sagt die HR-Verantwortliche
Bei Bandi SA beschränkt sich die Ausbildung der Lernenden nicht auf den Erwerb technischer Kompetenzen. Das Unternehmen legt Wert darauf, die unterschiedlichen Profile seiner Lernenden zu berücksichtigen. Bandi SA will kompetente Fachleute ausbilden und ihnen gleichzeitig wichtige Werte vermitteln: Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft und Teamgeist.
«Wir vertreten bei der Ausbildung einen pragmatischen Ansatz: Alle Lernenden entwickeln sich in ihrem eigenen Tempo und werden dabei individuell unterstützt. Unsere Aufgabe beschränkt sich nicht auf die Vermittlung von technischem Wissen, wir machen sie auch mit den Regeln der Berufswelt vertraut. Wir haben ein internes Mentoring-System eingeführt und einen speziellen Ausbildungsbereich eingerichtet. So können die Lernenden in einem klar strukturierten und angenehmen Rahmen lernen und dabei selbstständig werden », erläutert Corinne Charmillot, HR-Verantwortliche.
Im nächsten Beitrag unterhält sich Renaissance mit zwei Lernenden von Heberlein Technology SA, einem Deutschschweizer Unternehmen, in dem die Berufslehre zudem eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Know-how spielt.