NACHHALTIGE ANLAGEN-CHARTA

SOCIALLY RESPONSIBLE INVESTMENT CHARTER.

Präambel

Die Anlagestiftung Renaissance hat die Beteiligungsnahme an erfolgreichen schweizerischen KMU zum Ziel, die auf der Suche nach zuverlässigen, lokal verankerten und langfristig ausgerichteten Finanzpartnern sind. Die Investitionen bestehen im Prinzip aus dem Kauf von Mehrheitsbeteiligungen, wodurch die Möglichkeit entsteht, als Aktionär aktiv zu sein und Einfluss zu nehmen, insbesondere im Bereich der Governance sowie in Bezug auf die Umwelt- und soziale Verantwortung.

Die Anlagestiftung Renaissance ist seit vielen Jahren davon überzeugt, dass der Einbezug des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung und der Best-Practice-Regeln in Bezug auf die Corporate Governance durch die Portfoliounternehmen auf lange Sicht einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt. Dies setzt voraus, dass bei den Investitionen nicht nur die klassischen Finanzkriterien, sondern auch die Parameter bezüglich Umwelt, Soziales und Governance (ESG) besonders berücksichtigt werden. Die ausgewählten Unternehmen zeichnen sich durch eine stabile Rendite sowie durch Produkte und Verhaltensweisen aus, die zu einem nachhaltigen sozialen und wirtschaften Umfeld beitragen, das allen ihren Anspruchsgruppen zu Gute kommt.

Der Investitionsprozess erfolgt in vier Etappen, deren Ablauf auf den ESG-Kriterien beruht. Erstens sind bestimmte Produkte und Verhaltensweisen vom Anlageuniversum ausgeschlossen. Zweitens ergänzt eine detaillierte ESG-Analyse die Finanzanalyse und entscheidet damit über die Auswahl der Beteiligungen. Die dritte Etappe basiert auf aktiven Aktionären, die in einem regen Dialog mit den Führungskräften des Unternehmens stehen, insbesondere in Bezug auf ESG-Themen. Und viertens handelt die Anlagestiftung Renaissance als verantwortungsbewusste Investorin und sorgt für ein regelmässiges Reporting, das auch die ESG-Anliegen einschliesst.

1. Anwendung von Ausschlusskriterien bei bestimmten Produkten und Verhaltensweisen

Das Anlageuniversum den Anlagegruppen unterliegt einem Negativfilter («Negative Screening»). Dadurch werden Beteiligungen an Unternehmen ausgeschlossen, die in Sektoren tätig sind, deren Produkte oder Verhaltensweisen gegen die Werte der Anlagestiftung Renaissance verstossen. Es wird unterschieden zwischen einer direkten Exposition durch fertige Produkte und einer indirekten Exposition durch Produkte, die in bedeutendem Umfang zur Herstellung von Gütern in einem Ausschluss-Sektor beitragen.

Die Unternehmen mit Tätigkeit in einem Sektor, der zwar nicht ausgeschlossen ist, aber deren Vorgehen gegen die universell anerkannten wichtigsten Grundregeln verstösst, werden ebenfalls aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Dabei kann es sich um Unternehmen handeln, die in Bezug auf der Governance oder der Umwelt- und soziale Verantwortung in schwerwiegenden Kontroversen verwickelt sind.

2. Integration der ESG-Analysekriterien

Die Beurteilung der Unternehmen hinsichtlich der ESG-Kriterien ist aus Sicht der Anlagestiftung Renaissance unerlässlich. Sie ist die Voraussetzung, um den Beitrag und den langfristigen Erfolg eines Unternehmens zugunsten aller seiner Anspruchsgruppen abschätzen zu können. Eine ausgeprägte Umwelt- und soziale Verantwortung und eine gute Governance tragen zu einer besseren Risikokontrolle bei und können neue Wachstumsopportunitäten eröffnen. Die ESG-Beurteilung der Beteiligungen der Anlagestiftung erfolgt jährlich auf der Grundlage einer Reihe von ESG-Indikatoren, die speziell auf die besonderen Merkmale der KMU zugeschnitten sind. Mit Hilfe dieser Indikatoren wird jede Beteiligung mit einem Rating «E», «S» und «G» beurteilt.

Die Umweltanalyse berücksichtigt das Vorhandensein einer Strategie mit quantifizierbaren Zielen, um die Umweltperformance zu verbessern, sowie auch ein System des Umweltmanagements für die gesamte Wertschöpfungskette. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Ausstoss von Treibhausgasen und Kohlenstoff- Fussabdrucks der Unternehmen.

Die Sozialanalyse untersucht die Beziehungen des Unternehmens zu seinen verschiedenen Anspruchsgruppen. Die Politik in Bezug auf die Arbeitnehmenden steht besonders im Fokus. Die Beurteilung der Haltung gegenüber Kunden, Lieferanten und der Zivilgesellschaft im Allgemeinen vervollständigt diese Analyse.

Zudem befasst sich die Governance-Analyse eines Unternehmens mit der Geschäftsethik, der Zusammensetzung des Verwaltungsrates, den Beziehungen zwischen Präsident und CEO, dem Vergütungssystem der Führungskräfte, der Kapitalstruktur und den Kontrollmechanismen.

3. Aktive Ausübung der Aktionärsrechte und Förderung einer Dynamik des Fortschritts

Die Anlagestiftung Renaissance sieht es als ihre Treuhandspflicht an, als aktive Aktionärin aufzutreten, die alle ihre Aktionärsrechte wahrnimmt.

Es wird ein ständiger offener und regelmässiger Dialog mit den Führungskräften gepflegt. Ziel ist die stetige Stärkung der Umwelt- und sozialen Verantwortung sowie die beständige Verbesserung der Governance-Grundsätze, wobei die besonderen Merkmale eines nicht kotierten Unternehmens im Besitz eines Mehrheitsaktionärs berücksichtigt werden. Dieser Ansatz setzt auf das Potenzial zur Selbstregulierung, das innerhalb dieser Unternehmen besteht.

Die Stimmrechte werden an den Generalversammlungen systematisch ausgeübt. Die Positionen bei den Abstimmungen werden gemäss den Best-Practice-Regeln hinsichtlich der Governance festgelegt, dabei werden die langfristigen Interessen der Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Ist die Anlagestiftung Renaissance im Besitz der Kapitalmehrheit, nimmt ihr Asset Manager immer Einsitz im Verwaltungsrat der jeweiligen Gesellschaft.

4. Vorgehen als verantwortungsbewusster Anleger und Erstellung eines ESG-Reportings

Die institutionellen Anleger tragen eine treuhänderische Verantwortung gegenüber ihren zahlreichen Versicherten. Dies bedingt ein vollständiges und regelmässiges Reporting seitens ihrer Asset Manager, auch im Bereich der Umwelt- und sozialen Verantwortung sowie der Governance der Portfoliounternehmen.

In diesem Kontext ist Renaissance ihr Status als unabhängige Anlagestiftung mit über zwanzig Jahren Berufserfahrung in der Vermögensverwaltung nicht kotierter Unternehmen sehr wichtig. Renaissance liefert sowohl ihren Stiftungsräten als auch den Institutionen, die Mitglied der Anlagestiftung sind, sowie der Öffentlichkeit im Allgemeinen transparente Informationen zur Verwaltung den Anlagegruppen.