KMU, passen Sie auf, dass Sie die KI-Kurve nicht verpassen!

Getreu ihrer Vision, die Unternehmen in ihrem Portfolio aktiv zu begleiten, hat die Renaissance Anlagestiftung am 13. November 2024 in Bern ein Seminar zum Thema KMU und künstliche Intelligenz (KI) veranstaltet.
Angesichts des grossen Wendepunkts, den die Herausforderung der KI für KMU darstellt, zeigt sich Renaissance, deren Portfolio rund 15 Unternehmen umfasst, weiterhin sehr proaktiv, wie bereits bei der Begleitung bei der Erstellung der ersten CO2-Bilanzen, einem Thema, das sich für KMU aufgrund des Mangels an Werkzeugen, Wissen und Ressourcen als ebenso komplex erweist.
In der Bundeshauptstadt wurden zwei Ziele verfolgt: Zum einen sollten die Renaissance-Beteiligungen von der strategischen Bedeutung überzeugt werden, die KI in den kommenden Jahren einnehmen wird, und zum anderen sollten sie durch die Präsentation innovativer „case studies“ inspiriert werden, die Unternehmen nicht nur effizienter machen, sondern auch ihre Geschäftsmodelle radikal verändern.
Unbestreitbar hat die Tatsache, dass die Geschäftsführungen ihres Portfolios zusammengekommen sind, den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den verschiedenen Teilnehmern stark gefördert.
Zwei Experten, Lars Thomsen, Futurologe und KI-Experte, und Carole Mattmann, Senior Consultant für Daten und KI bei Swisscom, stellten in Bern ihre Vision vor, gefolgt von lebhaften Interaktionen zwischen allen Teilnehmern.

In fünf Jahren auf der richtigen Seite stehen
Die Zahl ist nicht zu vernachlässigen: Die Mitarbeiter von Schweizer KMU verbringen durchschnittlich 14% ihrer Zeit mit administrativen, oft repetitiven Aufgaben wie der Suche nach einer Adresse oder der Beschaffung von Informationen. Der Zukunftsforscher und KI-Experte Lars Thomsen erklärt: „Unsere Laptops sind relativ dumm, sie verstehen unsere Arbeit nicht. Aber bald kann jeder von uns mit einem persönlichen KI-Assistenten ausgestattet werden, der den Inhalt jeder unserer E-Mails und Telefongespräche im Unternehmen bewertet und uns so Zeit spart“. Er fährt mit einer Warnung fort: „Zwischen 2027 und 2030 werden 50% der Unternehmen KI einsetzen, um die Art und Weise zu verändern, wie sie arbeiten, und 50% werden weiterhin auf traditionelle Weise arbeiten. Die letztgenannten 50% laufen Gefahr, ihre Wettbewerbsvorteile zu verlieren, wenn sie sich weigern, KI in ihren Alltag und in den Kern ihrer Strategie zu integrieren, sei es in Bezug auf Rentabilität, Strategie, Produktentwicklung oder Verwaltungseffizienz.
Die Herausforderungen sind vielfältig
Eine aktuelle Studie von Accenture unterstützt diese These: Sie zeigt, dass sich 63% der Unternehmen in der Initialisierungsphase befinden, was bedeutet, dass sie bis heute noch nicht viel umgesetzt haben, um KI in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Unternehmen, die KI einsetzen, werden ihre Produktivität mindestens verdoppeln können, meint Thomsen. Jedes KMU sollte sich fragen, mit welchen Mitteln es sich Wettbewerbsvorteile verschaffen kann, und verstehen, dass KI kein Feind, sondern ein Freund ist. Um KI anzunehmen, muss man sich jedoch sehr ernsthaft darauf vorbereiten.
Es gibt viele Herausforderungen: Erstens der Mangel an ausgebildeten und engagierten KI-Mitarbeitern. Zweitens die Datensicherheit, die Fähigkeit der Systeme, sich an unterschiedliche Datenmengen oder Plattformgrössen anzupassen, die Leistungsfähigkeit der Modelle und die Anonymisierung der Daten.

KMU müssen sich die richtigen Fragen stellen
Jedes KMU sollte sich auf verschiedenen Ebenen Fragen stellen, empfiehlt die Beraterin des Telekommunikationsanbieters, wobei die Verbesserung des Betriebsmodells an erster Stelle steht :
- Gibt es Prozesse, die viel Handarbeit erfordern?
- Gibt es Schritte der Informationsverarbeitung, deren Qualität verbessert werden muss?
- Hat das Unternehmen Datenquellen, die es noch nicht richtig genutzt hat?
Eine zweite Ebene betrifft die Entwicklung neuer Funktionen und Produkte. Unternehmen müssen sich fragen :
- Bieten die neuen Fähigkeiten der KI Chancen für innovative Funktionen und Produkte?
- Auf welche unerfüllten Kundenbedürfnisse sollte das Unternehmen reagieren?
Was die dritte Ebene betrifft, so bezieht sie sich auf die Beschaffung strategischer Informationen :
- Welche geschäftliche(n) Frage(n) muss ein Unternehmen beantworten können, um seine Konkurrenten zu übertreffen?
Die beiden Experten sind davon überzeugt, dass jedes KMU, das sich von KI helfen lässt, die richtige Wahl getroffen hat, um in eine noch bessere Zukunft voranzuschreiten.
Dieser Artikel ist der erste einer Serie über KMU und KI im Anschluss an die Veranstaltung von Renaissance. Die nächsten Artikel werden konkrete Erfahrungsberichte von KMU aus dem Renaissance-Portfolio enthalten.