Heberlein Komponenten senken weltweit den Luftverbrach in der Textilindustrie

Heberlein Komponenten senken weltweit den Luftverbrach in der Textilindustrie

Das im letzten Jahr von der Renaissance-Anlagestiftung übernommene und nun vollständig in Schweizer Händen befindliche St. Galler Industrieunternehmen ermöglicht mit innovativen Produkten signifikante Lufteinsparungen im Textilbetrieb.

Das 1835 gegründete Unternehmen Heberlein mit Sitz in Wattwil im Kanton St. Gallen wird bald sein 190-jähriges Bestehen feiern. 73 Mitarbeitende entwicklen, produzieren und vertreiben Schlüsselkomponenten für Textilproduktionsmaschinen und erzielen über 90% des Umsatzes im Ausland. Heberlein setzt seit Jahrzehnten erfolgreich den weltweiten Industriestandard. 

Während im wichtigsten Absatzmarkt China die ESG-Standards noch keine Priorität geniessen, ist bei europäischen Kunden das Thema Energie im Fokus. Auch am Produktionsstandort in Wattwil werden laufend Verbesserungen punkto Umweltschutz gemacht. Michael Ambühl, Leiter Facility Managment und Projektmanager bei Heberlein, erläutert und kommentiert die Herausforderungen.

 

Wie wichtig sind ESG-Standards bei Heberlein?
In unserer Branche ist die Produktion ein wichtiges Thema bei der Redu­zierung des Energieverbrauchs. Die Herstellung und der Vertrieb unserer Produkte erfordern eine gewisse Menge an Energie. In der Produktion und der Logistik besteht deshalb Potential zur Senkung des Energieverbrauchs vor Ort. Das grösste Potential sehe ich aber bei Energieeinsparungen bei unseren Kunden durch die Anwendung unserer energieoptimierten Produkte.

  

Können Sie das Potenzial für Energieeinsparungen beziffern?
Unsere Luftverwirbelungsdüsen beziehen ihre Energie über Druckluft. Unsere Kunden stellen diese Druckluft mit strombetriebenen Kompres­soren bereit. Verglichen mit einer alten Düse benötigt die neue Düse APe142 15 Prozent weniger Druckluft – entsprechend tiefer ist auch der Stromverbrauch. Ganz zur Freude der Kunden: So erreicht ein italienischer Texturierbetrieb Kosteneinsparungen von USD 120 pro Tag pro Maschine mit 288 Positionen. Es versteht sich, dass diese Einsparungen ohne Qualitätseinbussen möglich sind.

Welche Massnahmen haben Sie konkret ergriffen für den Produktionsstandort Wattwil?
Am Standort Wattwil lösten wir die alte Gasheizung durch einen Anschluss an die mit Holzschnitzeln betriebene Fernwärmeversorgung ab. Eine deutliche Entlastung ergibt sich auch durch intelligente Energiesysteme: Druckluft oder Wärme werden möglichst nur in der Menge und Qualität erzeugt, in der sie wirklich benötigt werden. Weil für die Qualität eine konstante Temperatur nötig ist, führen wir die Wärme über Lüftungen wieder aus der Fertigung hinaus. Diese Lüftungen laufen jedoch nur wenn nötig. Und die aus dem Betrieb der ca. 40 Fertigungsmaschinen sowie aus der Bereitstellung von Druck­luft erzeugte Wärme wird über Wärmetau­scher weiterverwendet. Mit guten Ideen und über­schaubaren Investitionen sparen wir auf diese Weise alleine bei der Wärmeversorgung jedes Jahr eine bedeutende Menge an Strom und fossiler Energie. Dies zahlt sich aus, da ein Viertel unseres Energie­verbrauchs auf die Wärme­ver­sorgung entfällt.

 

Haben Sie noch weitere Pläne in dieser Richtung?
Die Anschaffung einer zweiten Photovoltiakanlage ist zur Zeit in Abklärung. Ihr Bau würde weitere Pluspunkte bei der Energiebilanz bringen. Genauer gesagt hat uns die letzte Photovoltaikanlage fast 150 000 Franken gekostet, und eine neue Anlage würde ähnliche Kosten verursachen.

 

Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?
Mit einer zweiten Photovoltaikanlage könnte Heberlein fast die Hälfte seines Energieverbrauchs selbst erzeugen. Bemerkenswert an Heberlein ist nicht nur das Bemühen, in den St. Galler Gebäuden Energie zu sparen, sondern auch die ständige Suche nach energieeffizienten Lösungen für ihre weltweiten Kunden. Dieser Weitblick sichert den langfristigen Unternehmenserfolg.